Bist du nicht ein wenig fett für eine Durchfallerkrankung?

Ja, im Ernst jetzt. Mit so einem Mist muss man sich manchmal auch noch rumschlagen. Da geht’s einem schon mies, man fühlt sich nicht wohl in der eigenen Haut, kämpft um Verständnis und dann hört man solch unqualifizierte Aussagen.

Und dann? Wie reagiert man auf sowas? Anfangs haben mich verletzende Fragen oder ähnliches emotional gelähmt. Ich selbst war selbst noch so mit der Situation überfordert. Alles war neu für mich, so viele Fragen und Ängste. Mittlerweile differenziere ich zwischen Leuten, bei denen ich besser auf Durchzug stelle, und anderen mir näherstehenden Personen, bei denen sich eine Erklärung lohnt. Manche Dinge werden teils aus absoluter Unwissenheit behauptet ohne die Absicht zu verletzten.

Zwischen den beiden Bildern liegen 2 Monate. Rechts vor Kortison, links mit der Einnahme von Kortison. Zack – bin ich aufgegangen wie ein Hefeteilchen. Überwiegend aber wirklich im Gesicht.

Momentan bin ich Gott sei Dank etwas reduzierter mit dem Kortison. Mein Vollmond ist vorüber. Trotzdem haben die Medikamente mich körperlich verändert… Ich schaue in den Spiegel und irgendwie sehe ich anders aus als früher. Aber innen drin steckt immer noch dieselbe Eva. Was will ich hier mit dem Beitrag sagen?

Eigentlich steckt hier wieder viel drin. Zum Einen der Umgang mit einer „unsichtbarer Krankheit“ macht es den Betroffenen und auch dem Umfeld nicht leicht – hier gilt es einen für sich selbst passenden Weg zu finden. Bitte belastet Euch nicht unnötig damit. Zum Anderen aber auch die Stärke, die es kostet sich selbst trotz allem lieb zu haben – auch wenn es schwabbelt, Knochen rausgucken, die Nerven blank liegen, Gefühle Karussell fahren, Schwäche dominiert, Augenringe den Augen eines Pandas ähneln – seid mit Euch selbst im Reinen. Habt Euch lieb! Ich hatte zunächst ernsthaft Probleme in den Spiegel zu gucken als es sehr krass war mit dem Mondgesicht – aber das bringt ja nichts. Ich habe gelernt durch die Hülle zu gucken und bin wieder zufrieden mit mir.

Jedoch ist es nicht leicht mit den Veränderungen umzugehen. Mir selbst hat es sehr geholfen es mit Humor zu sehen. Lieber mit nem dicken, roten Gesicht rumrennen und schwitzen wie ne Sau, als den ganzen Tag aufm Pott zu hocken!  Denn immerhin hat das ganze Zeugs, was man da schluckt ja schon seine Berechtigung – denn ohne die ganzen Pillen und Co. könnten wir CEDler kaum einen Schritt vor die Tür setzen oder einen normalen Tag durchstehen.

Warum schreibe ich das? Tja, ich war am Wochenende wieder etwas traurig, meine starken Gewichtsschwankungen haben mich belastet. Aber ich weiß, dass ich nur bedingt Einfluß darauf habe. Also werde ich mich davon jetzt nicht runterziehen lassen. Vielmehr werde ich dafür sorgen, dass ich mich im Rahmen der Möglichkeiten wohl in meiner Haut fühle. Und das ist nicht nur Körper-, sondern auch Kopfsache. Neben der Akzeptanz nur bedingt Einfluss darauf zu haben, packe ich den Teil, den ich beeinflussen kann nun wieder an. Ich habe mich selbst lieb und werde mir ein wenig gesunden Tee zum Entschlacken gönnen, mich mehr bewegen und in Zukunft etwas disziplinierter mit dem Dauerhunger durch das Kortison umgehen. Manchmal hilft es sich das nochmal bewusst zu machen und irgendwie ist es ja auch witzig, dass man doch wieder so schrecklich weltliche, unwichtige Probleme wie das Aussehen hat. Denn das heißt im Umkehrschluss, dass es mir gerade besser geht, denn sonst – bei aller Liebe – hätte ich wahrscheinlich andere Sorgen.

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