Sport & CED 

Ich hatte mir sportlich viel vorgenommen. Jetzt hocke ich leider hier mit starken Schmerzen. An ein großes Kraft-Ausdauer-Workout ist also nicht zu denken. Aber das ist eins der Stärken, die CEDler entwickeln sollten….jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern den Plan an die Umstände anpassen. Deshalb habe ich mich trotz starker Krämpfe an die Luft begeben und bin spazieren gegangen. Selbst diese leichte Bewegung tut gut, auch, wenn die ersten Schritte schwer fallen.

Genauso hart ist es nach einer schwachen Phase wieder mit dem Sport wieder zu beginnen. Aber egal wie hart – es lohnt sich!!

  
Wie aber beginnen? Chronische Darmerkrankungen, sind Erkrankungen, die die Bewegungsfreude massiv einschränken können. Andererseits haben Studien gezeigt, dass gerade bei chronischen Darmerkrankungen Sport jedoch auch eine mögliche Therapiesäule ist. Jedoch muss hier darauf geachtet werden für jeden Trainingseinstieg die Intensität der individuellen Situation anzupassen. Für mich war das zunächst schwer, da ich immer versucht habe mich an meinem früheren noch trainierten Ich zu vergleichen… das führt aber zur Frustration und ist sicherlich kontraproduktiv.

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Bei CED-Erkrankungen gibt es ja meist ständig Auf und Abs, da der Verlauf sich durch unregelmäßige Schübe kennzeichnet. Erfolgt ein solcher akuter Krankheitsschub, sollte körperliche Schonung oberstes Prinzip sein und die Ziele nicht so hoch gehangen werden. Jedoch bei Nachlassen der Beschwerden kann das Training jedoch in regelmäßigen Einheiten problemlos durchgeführt werden. Eine positive Wirkung auf den Erkrankungsverlauf hat leichtes Ausdauertraining, das zunächst 2 bis 3 Mal pro Woche für jeweils etwa 15 Minuten auf dem Programm stehen sollte. Wenn Du Dich dabei gut fühlst, kannst Du dann nach einer Weile z.B. so etwa 4 Wochen das Trainingspensum langsam um 5 Minuten pro Einheit und Woche steigern. Optimal ist ein Training von 3 Mal wöchentlich etwa 30 bis 45 Minuten.

  
Wichtig ist es jedoch die eigenen Grenzen zu erkennen und sich die Latte nicht zu hoch zu legen. Das fällt mir manchmal in der Euphorie, wenn ich dann einmal beim Training bin noch schwer. Manche Sportler sind durchaus in der Lage, Leistungssport zu betreiben, für andere wiederum ist ein moderates Ausdauertraining in Kombination mit Entspannungsübungen ausreichend. Schaut also bitte nicht nur für den Augenblick, sondern schaut wie Euch das Training bekommt. Wenn ich es übertreibe rächt sich mein Bauch und ich bin dann völlig schlapp – das war dann zu viel. Wenn ich genau das richtige Maß finde pusht mich das Training und mir fällt es leichter durch die Woche zu kommen und ich habe weniger Schmerzen. 

Moderate sportliche Betätigung, am besten regelmäßiger Ausdauersport, hat viele Vorteile. Er bringt nämlich eine erhöhte Lebensqualität mit sich. Außerdem macht er stressresistenter, hilft, dass sich das Normalgewicht stabilisiert, verringert die Entzündungsaktivität und wirkt antidepressiv! Also mal wieder was für den Kopf und den Körper! Gönnt es Euch – es lohnt sich.

Durch regelmäßige sportliche Betätigung können Phasen ohne Beschwerden verlängert werden. Vorausgesetzt, Du betreibst keine „Adrenalin“- oder andere Sportarten, bei denen Leistungsdruck, Hektik und Wettbewerb dominiert. Also Bungee-Jumping wäre jetzt nicht so mein Tipp!!

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Auch Sportarten bei denen die Verletzungsgefahr des Bauchraums gegeben ist (z.B. Kontaktsportarten) sind für den Anfang vielleicht auch nicht so empfehlenswert. Aber sag´niemals nie. Nur würde ich empfehlen Euch erstmal ein „sicheres Niveau“ anzutrainieren – so schützt ihr Euch vor Frustration und setzt Euch nicht so unter Druck. Besser sind also ruhige, gleichmäßige Bewegungsmuster, die sich auch auf die Psyche beruhigend auswirken. Durch regelmäßige Bewegung wird zusätzlich das Immun- und Herzkreislaufsystem gestärkt. Wenn Du also nun leichten Ausdauersport und Krafttraining kombiniert, ist dies auch eine ideale Osteoporose-Prophylaxe. Das ist wieder ein Vorteil, da wir ja häufig eine Kortison-Therapie erhalten, die wiederum ein Risiko für Osteoporose mit sich bringt.

Ich habe gelesen, dass bei vielen chronisch Erkrankten, die regelmäßig Sport betreiben, auch der Einsatz von Medikamenten langfristig verringern lässt.
In der Wissenschaft werden folgende Sportarten genannt, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken: Laufen, Schwimmen, Radfahren, Walken, leichtes Wandern, Spazierengehen – ergänzt durch Entspannungsmethoden (Progressive Muskelentspannung, autogenes Training, Yoga) sowie Pilates. Wichtig ist jedoch, auch Pausen während des Trainings einzuplanen, um Überanstrengung zu vermeiden.

Unterm Strich – ich liebe Sport und er tut mir gut. Ich bin glücklich, wenn ich Sport treiben kann und hoffe, dass ich in der Zukunft wieder häufiger in Lage bin ihn auszuführen.

Frohes Schwitzen, eine tolle restliche Woche und ein schönes Bergfest

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