3 Tipps gegen After-Arztbesuch-Depression

Manchmal ist das ganz schön bitter dieses Gefühl zum Arzt zu gehen, es passiert irgendwie nichts, man fühlt sich genauso scheiße und genauso dumm wie vorher.

Klingt komisch? Ist aber so. Früher hatte man eine Grippe, ging zum Arzt, bekam ein Medikament- eine Woche ins Bett gelegt – alles wieder gut! Gebrochener Arm – Gips drum, ein paar blöde Wochen, Gips ab, Krankengymnastik, Voltaren und fast alles geht wieder…. Wenn man eine chronische Erkrankung hat gehören die Arztbesuche zur Routine an und es ist eher kontraproduktiv für die Laune zu viele Erwartungen in die Termine zu legen.

Um Euch vor der von mir so betitelten „After-Arztbesuch-Depression“ zu bewahren, möchte ich Euch meine 3 Lieblings-Antidepressiv-Tipps verraten:

  1. Wer schreibt, der bleibt, dem wird geholfen: Meist herrscht beim Arzt ja Hektik. Begrenzte Zeitfenster für die Patienten, volle Wartezimmer und irgendwie Tohuwabohu. Besonders aber kurz nach der Diagnose oder nach der Gabe neuer Medikamente passiert viel mit dem Körper. Neben den klassischen Crohn-Klassifikationslisten (Montreal Klassifikation) ist es hilfreich auch aufzuschreiben, was einem aufgefallen ist und welche Begleiterscheinungen Euch plagen. Denn ich finde es persönlich immer super ärgerlich, wenn man, wenn der Arzt kommt, nicht alles auf dem Schirm hat, was man fragen wollte oder wofür man vielleicht Hilfe bräuchte. Hierfür empfehle ich einfach eine Liste anzufertigen. Diese dann in die Küche, Handtasche, Geldbörse egal wohin legen, so, dass ihr immer nach und nach etwas drauf schreiben könnt, was Euch auffällt bis der nächsten Termin ansteht. Denn, auch, wenn es Euch lästig erscheint, der Arzt kann auch nur das über Euch wissen, was ihr ihm berichtet. Und je mehr Infos er hat, desto leichter fällt es ihm Euch zu helfen. Ich war da anfangs auch eher bescheiden, habe nur von extremsten Schmerzen berichtet, weil ich nicht jammern wollte… aber damit tut man sich keinen Gefallen. Lieber schnell mal fragen, ob das noch im normalen Rahmen ist oder nicht. Vielleicht kann schnell geholfen werden.
  2. Wer nicht fragt, bleibt dumm: Durch die benannte Hektik tendieren Ärzte manchmal dazu schnell im Fachchinesisch die Infos preiszugeben und zack sind sie schon wieder aus dem Raum. Nein, nein, nein!! Bitte fragt, wenn Euch, was nicht klar ist oder ihr irgendwas nicht verstanden habt, Klar soll Euch keine Vorlesung gegeben werden, aber ein, zwei Infos oder zumindest eine „Übersetzung“ in nicht-mediziner-Deutsch darf man fordern. Denn gerade dieses Gefühl genau so dumm wie vorher aus der Praxis zu gehen, kann mega unzufriedenstellend sein. Schützt Euch davor! Wenn die Fragen schon vor dem Termin auftauchen, schreibt ihr sie einfach mit auf eure Liste. Falls sie im Gespräch auftauchen, am Besten direkt raus damit.
  3. Erwarte keine Wunderheilung: Bei der Erwartung auf sofortige Wunderheilung ist Frustration vorprogrammiert. Völlig vermessen wäre es als chronisch Erkrankter sofortige Besserung nach einem Arzttermin zu erwarten. Anfangs hatte ich irgendwie immer noch die Hoffnung, vielleicht gibts doch noch ne Wunderpille oder irgendeine Idee, die mich unmittelbar nach dem Arzttermin unglaublich voranbringen wird und Linderung meiner Beschwerden schafft. Es ist jedoch sehr frustrierend, wenn man daran festhält. Hiermit verdirbt man sich nur selbst die Laune und läuft Gefahr depressiv zu werden. Mal ehrlich, irgendwie wäre es ja auch verdammt merkwürdig, wenn auf einmal jemand um die Ecke käme: „Hier ich habe gestern diese neuen Tabletten bekommen, nehmen sie diese 3x am Tag eine Woche lang und dann sind sie geheilt“. Denn wildes Herumsuchen nach Therapien und stetiges atemloses Streben nach Besserung kann echt stimmungsmäßig nach hinten losgehen. Das soll jetzt keine Aufforderung zur Resignation sein – Nein! Keinesfalls. Ich möchte Euch nur vor regelmäßiger Frustration schützen, indem ihr die Messlatte der Fortschritte nicht zu hoch ansetzt und keine lineare Erfolgskurve erwartet.

So, das waren meine persönlichen Tipps gegen die nach dem Arztbesuch drohende Depression! Wie handhabt ihr das so? Kennt ihr das Gefühl? Was tut ihr dagegen?

Achja, und, wenn ihr Euch doch mal kurz ärgert, kurz den Mist rauslassen, sich selbst Luft machen und denn „Füße abstreichen“ und weiter!! Wir sind Helden

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3 Gedanken zu “3 Tipps gegen After-Arztbesuch-Depression

  1. Hey Eva, danke für die Tipps!

    Aufschreiben mache ich sowieso, einfach auch weil ich es sonst verpeile, dass ich am Montag letzter Woche (irgendwas). Man vergisst es, es wird mit anderem überlagert oder man wills einfach auch vergessen oder verharmlosen.

    Die anderen beiden Tipps stimmen absolut, nur muss man sich selbst immer wieder dran erinnern 😉

    Grüßle vom See,
    Sven

    Gefällt 1 Person

  2. Hey Eva, danke für die Tipps!
    Aufschreiben mache ich sowieso, einfach auch weil ich es sonst verpeile, dass ich am Montag letzter Woche (irgendwas). Man vergisst es, es wird mit anderem überlagert oder man wills einfach auch vergessen oder verharmlosen.

    Die anderen beiden Tipps stimmen absolut, aber man muss sich schon immer wieder selbst dran erinnern 😉

    Grüßle vom See,
    Sven

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    • Hey Sven, da sagst du noch was ganz wichtiges! Mir ist auch aufgefallen, dass ich negative Dinge schnell verdränge, das kann aber ganz schön verfälschen… Man verschönert sich da wirklich manchmal was in seinem Kopf😊 aber für den Arzt ist es ja wichtig ein möglichst realitätsnahes Bild zu erhalten. Deshalb noch ein Grund mehr es aufzuschreiben. Wenn wir es dann aufgeschrieben haben, können wir uns das dann ja gern bis zum nächsten Termin verdrängen und dann beim Arzt wieder ins Gedächtnis rufen. Liebe Grüße

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