Ah niedlich dieser Schweinehund

…wenn es denn nur der Schweinehund wäre, den der CEDler oder wahrscheinlich jeder chronisch Erkrankte überwinden muss. Wenn die Muskeln und Gelenke schon vom nichts tun schmerzen, sich Wasser in den Gelenken sammelt und der Körper vor Schwäche zittert, da kostet es zusätzlich jede Menge mentale Stärke sich aufzurichten und den „Aufgaben des Alltags“ zu stellen.

Niemals jemanden beurteilen Du darfst, bevor nicht an seiner Stelle gestanden Du hast

Meister Yoda

Ich möchte keine Vorwürfe streuen, es ist mir bewusst, dass nicht alles voll und ganz nachvollziehbar ist als Außenstehender. Selbst als Betroffene stehen wir manchmal recht hilflos und ratlos da, wie es manchmal zu solchen Körper- oder Pyscho-Reaktionen kommen kann. Ich wünsche mir nur, dass wir etwas sensibler in der Gesellschaft mit Einschränkungen umgehen.

Vorhin schrieb eine Mitbetroffene in einer Facebook-Gruppe zum Thema „Morbus Crohn und andere Darmkrankheiten“, dass sie unglaublich traurig darüber sei, ständig auf Unverständnis zu stoßen. Auf ihren Beitrag hin wurden nun viele ähnliche Erfahrungen bestätigt… Das ist wirklich traurig. Denn auch ich habe die Erfahrung gemacht, wie stark belastend es ist auch noch für seine Glaubwürdigkeit kämpfen zu müssen aufgrund einer Einschränkung, die man sich nicht selbst ausgesucht bzw. gewünscht hat.

Denn meist geben oder zeigen wir uns stärker als wir zeitweise sind. Einige haben auch mehr Probleme mit dem Unverständnis Anderer als mit der Krankheit selbst. Auch hier in diesem Blog seht ihr mich sportlich… die Zeit davor in der ich mich Stunden ausruhen muss, um das „durchzuziehen“ bekommen nur die Wenigsten mit.

Es gab Momente da habe ich teils ein Kompliment wie „Du siehst aber gut aus!“ nicht als ein solches annehmen können. Ich hatte Angst, dass ich vielleicht „zu gesund“ aussehe und somit die Anforderungen an mich wieder höher werden und das Unverständnis ggü. meiner leider häufig gemachten Absagen zu Freizeitaktivitäten o.ä..

Echt verkehrte Welt – aber das ist ja vollkommen bescheuert. Mittlerweile freue ich mich wieder über solche Komplimente und versuche trotzdem den „Druck von außen“ nicht so groß werden zu lassen und mich nicht zu sehr von anderen verletzten zu lassen. Denn teils passiert dies aus Unwissenheit und Unsicherheit….

Eine ziemlich treffende Aussage von Thomas B. zu dem Thema:

Das Problem ist allerdings ganz menschlicher Natur. So gut wie jeder von uns glaubt Dinge die er sieht. Dinge die man nicht sehen kann und sich nur vorstellen muss, verschwimmen da eher bis ins Unglaubwürdige. Es würde niemals jemand von einem Rollstuhlfahrer verlangen, dass er Treppen steigen soll. Weil man sofort sieht das er es nicht kann. Bei Morbus Crohn sieht man allerdings nichts. Und genau da sitzt das Problem. Zumal die Gesellschaft auch immer mehr und mehr ins Oberflächliche geht. Mich hat Morbus Crohn ganz klar gelehrt das auch wenn man sich Dinge nicht vorstellen kann, heißt es nicht das es sie nicht gibt. Und jetzt mal ganz ehrlich an jeden Betroffenen – Hätte sich DAS jemals einer von euch vorstellen können als er noch gesund war???

Ich wünsche mir, dass wir in unserer Gesellschaft nicht immer vorschnell urteilen, sondern vielleicht auch mal Dinge hinterfragen. Denn gerade, wenn man sich krank fühlt, möchte man sich nicht noch dafür einsetzen müssen, dass einem das noch geglaubt wird. Und ganz ehrlich dieses Jammern macht echt kein Bock!!

So genug vorerst hierzu. Mir brannte das jetzt auf der Seele – inspiriert durch den Beitrag in der genannten Facebookgruppe (die ich jedem Betroffenen nur wärmstens empfehlen möchte!!)

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