Back on track – und wie?

Wie schaffst Du es dann wieder nach einem kleinen „Absturz“, einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes, einer Verschlimmerung der Symptome wieder auf Kurs zu kommen?

Erstmal ist es ganz wichtig ehrlich zu Dir selbst zu sein. Das ist gar nicht so einfach, denn manchmal spielt man sich selbst gern was vor, insbesondere dann, wenn etwas sich in eine Richtung entwickelt, die man selbst nicht so schön findet. Die Kunst ist es hier einen Weg zwischen der eigenen Aufrichtigkeit, der Selbstreflexion und der gefährlichen Überinterpretation zu finden. Denn zu viel Gefrage nach: Wieso, weshalb, warum… würde einen eher in die Frustration führen. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt noch, zu dem die tatsächlichen Ursachen der Erkrankung noch nicht geklärt sind.

Sei ehrlich zu Dir selbst. Warum geht es Dir jetzt schlechter? Hast Du Dich so ernährt wie es Dir bekommt? Hattest Du viel Stress? Hast Du Dir Zeit für Entspannung genommen? Gibt es Dinge, die Dich mental belasten? Fühlst Du Dich überfordert, warum?

Stell sie Dir diese Fragen! Meist fällt einem doch etwas auf, was vielleicht gerade nicht gut läuft. Arbeite daran und ziehe eine Lehre für Dich heraus! Denn Du bist derjenige der letztendlich leidet. Es dankt Dir später keiner, dass Du noch die ein oder andere Sache termingerecht eingereicht hast, und dann 3 Wochen ausfällst. Das ist eigentlich schlimmer, als, wenn du die Hand gestreckt hättest, um zu sagen, dass Du etwas mehr Zeit brauchst, um es in gesunden Rahmenbedingungen fertigzustellen.

Findest Du nichts, woraus Du lernen kannst? Mhmm, manchmal ist das auch leider so. Manchmal schlägt der Crohn auch einfach zu, weil Du Dir noch einen Infekt zugezogen hast oder es einfach mal die Laune der Natur ist. Dann bitte auch so hinnehmen und nicht noch ärgern. Es ist wie es ist. Das kannst Du jetzt nicht ändern. Aber Deinen Umgang damit kannst Du beeinflussen und das Leben für Dich angenehmer gestalten.

Nach den Momenten der Selbstreflexion greife dort an, wo Du die Schwachstellen erkannt hast. Bei mir ist es häufig eine Mischung aus Dingen, die dann auf einmal zu viel werden.

Was hilft mir da am Besten?

Ich setze dann sehr viel auf Ruhe. Ich gebe dem Körper den Schlaf, den er sich holen möchte. Manchmal geht das sogar gar nicht, weil die Schmerzen so stark sind. Dann beruhige ich mich mit Atemübungen und leichten Übungen, damit der Körper entkrampft und der Geist abgelenkt ist.

Meditation, Entspannung und leichte Bewegung sind ein wichtiger Bestandteil, um sich zu erden und vor allem auch im Alltag sich selbst Zeit zu geben auf sich und seinen Körper achtsam zu hören. Nicht nur, wenn es Dir schlecht geht, solltest Du entspannen, sondern Dir am Besten jeden Tag Zeit gönnen, in der Du bewusst achtsam bist, meditierst oder andere Methoden nutzt, die Dir verhelfen zu entspannen und Dich selbst wahrzunehmen.

Es hört sich immer so albern an für Leute, die Meditation immer direkt mit Räucherstäbchen  und Batikhosen verbinden. Aber das ist es ganz und gar nicht. Und das schreibt jetzt eine Person, die wirklich nicht gerade unskeptisch diesen Methoden gegenüber eingestellt war. Es hilft wirklich enorm und es ist so einfach. Und es tut so gut. Ich bin mehr Ich, wenn ich mir diese Zeit gönne. Ich bin mehr Ich, wenn ich ehrlich zu mir selbst bin und erkennen kann, was aktuell nicht richtig läuft, mich stresst oder mich hemmt. Vor allem bin ich aber auch mehr Ich, wenn ich die Dinge schätze, die ich gut sind und mich glücklich stimmen. Und all das wird einem nicht beim Staubsaugen, Einkaufen, Fernsehschauen oder so bewusst…so etwas kannst Du erst richtig über Dich erfahren, wenn Du Dich mit Dir auseinandersetzt. Dir Zeit für Dich nimmst!

Neben diesem unglaublich wichtigen Faktor lege ich bei schlechten Phasen dann meist nochmal ein paar Tage eine Diät ein. Ich ernähre mich dann von den Lebensmitteln, die ich besonders gut vertrage und reduziere mich auf diese. Meist bereite ich so dann auch noch schonender zu als vielleicht in der Zeit davor. Sobald die Symptome sich reduzieren und ich mich kräftiger fühle, erweitere ich dann die Auswahl der Nahrungsmittel wieder langsam.

In schlechten Phasen trainiere ich nicht so wie sonst. Geht auch schlecht, wenn der ganze Körper schmerzt und ich mich nicht auf den Beinen halten kann. Aber trotzdem versuche ich den Kreislauf in Schwung zu halten und meine Muskulatur nicht komplett abschwächen zu lassen. Ein heftiges Workouts wäre da kontraproduktiv. Aus unterschiedlichen Gründen: Zum Einen würde es den Körper erneut belasten und zum anderen stresst es dann auch den Kopf wieder. Denn da kommt schnell Frustration hoch, wenn es nicht so läuft wie es sollte. Also tendiere ich dann eher zu Spaziergängen, leichten Yoga und Pilatesübungen. Das entspannt, entkrampft und sorgt dafür, dass ich nicht ganz abbaue.

Studien belegen, dass Ausdauersportarten mit einer mäßigen Belastung von 30 bis 60 Minuten den stimmungsaufhellenden Botenstoff Endorphin und Serotonin freisetzen. Genau diese stressabbauenden Hormone sorgen für das entspannte Gefühl nach einem  Workout. Endorphine machen glücklich und heben die Stimmung.Regelmäßiger Sport regt die Blut- und Sauerstoffversorgung des Gehirns an. Die geistige Fitness wird gestärkt. Egal, ob die Arbeit, Konflikte mit Freunden oder Kollegen, während des Sports liegt die Konzentration allein auf der Übung. Also auch irgendwie fast meditativ 😉 Korrekte Übungsausführungen sorgen für Ablenkung. Probleme, blöde Gedanken, die Dich zuvor gestresst haben, rücken nach der Belastung in ein positiveres Licht. Regelmäßige Bewegung reguliert den Stresspegel im Körper. Der, durch Sport aktivierte, Stoffwechsel trainiert die Ausschüttung der Stresshormone. Resultat ist eine gewisse Stressresistenz, die uns erneute Stressmomente etwas gelassener erleben lässt.

In schwächeren Phasen eher leichtes Workout und dann steigere so langsam irgendwann wieder die Intensität. Und Du merkst, wann es wieder geht. Denn, wenn Du achtsam auf Deinen Körper hörst, dann weißt Du, was zu tun ist!

Klar schreien der Ehrgeiz und die Ungeduld manchmal ziemlich laut im Kopf. Versuche sie zu zähmen und dosiert als Motivation zu nutzen.

Denn was nützt es einem zwischendurch kurz total hoch zu fliegen, um dann wieder längere Zeit am Boden zu sein?

Meine Lektionen aus der aktuellen Bruchlandung: „Ich werde meine Flughöhe nun anpassen. Lieber tiefere Höhe aber dafür über eine längere Distanz, als extreme Höhenflüge und der latenten Gefahr von Bruchlandungen und langer Reparatur- und Wartungszeiten“

Euer Quax, ähm  *hust* Eure Eva 😉


Wem gefällt, was er liest oder wer sich wiederfindet in dem Gelesenen… Ich würde mich riesig über einen Daumen freuen: Eva Lescam – Glücklich trotz Morbus Crohn schaut mal vorbei so bekommt auch mit, wenns neue Beiträge gibt! Dankeschön 🍀 #glücklichtrotzmorbuscrohn

Inspiration und nützliche Quellen: Sport gegen StressAktive Meditationen ; Yin Yoga Workout gegen Stress

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